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Zentralruf der Autoversicherer: Falschauskunft geht zu Lasten der Versicherung

Zwar ist nach der Rechtsprechung des Senats die den Zentralruf betreibende Dienstleistungs-GmbH nicht Erfüllungsgehilfin gemäß § 278 BGB des für den ersatzpflichtigen Fahrer bzw. Halter zuständigen Haftpflichtversicherer bei der Schadensregulierung (Senat, Urteil vom 22. Januar 2007, Az.: I-1 U 151/06). Dessen ungeachtet darf einem Unfallgeschädigten jedoch kein rechtlicher Nachteil aus der Tatsache erwachsen, dass er sich bei dem Versuch der Durchsetzung seines begründeten Schadensersatzanspruches einer der Institutionen bedient, wie etwa der Auskunftsstelle, die durch die 4. Kraftfahrzeughaftpflicht-Richtlinie gerade zum Zwecke der erleichterten Regulierung von Kraftfahrzeugschadensfällen im Geltungsbereich der Europäischen Union geschaffen worden sind.
Urteil: Oberlandesgericht Düsseldorf, I-1 U 190/08 vom 22.07.2009
Anmerkung:
Es mag auf den ersten Blick verwundern, warum diese Entscheidung bis zum Oberlandesgericht gegangen ist, aber der Hintergrund ist einfach erklärt. Stellen Sie sich vor, Sie bekommen eine fehlerhafte Auskunft vom Zentralruf der Autoversicherer und wenden sich an die “falsche” Versicherung.
Gerne erhebt der zuständige Versicherer sodann den Einwand der Verletzung der Schadenminderungspflicht und kürzt Ihre berechtigten Ansprüche.

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