Was bedeutet wirtschaftlicher Totalschaden?

Ein Totalschaden kann in der Form als technischer Totalschaden, unechter Totalschaden oder aber als wirtschaftlicher Totalschaden auftreten. Nach einem Gutachten steht insbesondere der wirtschaftliche Totalschaden im Vordergrund. Dennoch sind diese drei Fälle voneinander zu unterscheiden.

Der technische Totalschaden

Wird das Fahrzeug durch den Verkehrsunfall so stark beschädigt, dass eine Reparatur technisch unmöglich ist, dann spricht man von einem technischen Totalschaden. Dies kann z.B. der Fall sein, wenn die Karosserie des Fahrzeuges derart beschädigt worden ist, dass diese auch nach einer Reparatur nicht mehr verkehrssicher hergestellt werden kann. Aus diesem Grund wird der technische Totalschaden sehr selten auf, weil insgesamt die Reparaturmöglichkeiten immer besser geworden sind und es schon ein erheblicher Schaden nötig, dass aus technischer Sicht nicht mehr repariert werden kann.

Wirtschaftlicher Totalschaden

Am häufigsten tritt der wirtschaftliche Totalschaden auf. Wirtschaftlicher Totalschaden wird deswegen gesagt, weil es aus wirtschaftlicher Sicht nicht mehr sinnvoll ist, das Fahrzeug zu reparieren. Dies bedeutet, dass der Reparaturaufwand derart groß ist, dass er nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten, im Verhältnis zum Wiederbeschaffungswert des KFZ so hoch ist, dass nach wirtschaftlichen Aspekten eine Reparatur nicht mehr lohnenswert ist. Man kann sich also merken, dass ein wirtschaftlicher Totalschaden dann vorliegt, wenn der Reparaturaufwand höher ist als der Wiederbeschaffungswert des Fahrzeuges.

Unechter Totalschaden: Was ist das?

Bei der Verkehrsunfallregulierung kommt der unechte Totalschaden grundsätzlich nur bei neuwertigen Fahrzeugen in Betracht. Neuwertig ist ein Fahrzeug dann, wenn die Erstzulassung zwischen 1-2 Monaten zurückliegt. Der BGH hat insoweit entschieden, dass dann das Integritätsinteresse, d.h. das Wiederherstellungsinteresse des Geschädigten dahin geht, dass er ein neues Fahrzeug ersetzt bekommen muss. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass es sich bei dem Verkehrsunfall um ein plötzliches Ereignis handelt und der Wagen insoweit noch neuwertig gewesen ist. Die Abrechnung eines unechten Totalschadens auf Totalschadenbasis kommt also nur in engen Grenzen in Betracht und auch nur dann, wenn der Reparaturaufwand den Wiederbeschaffungswert nicht annähernd übersteigt.

Wie wird ein wirtschaftlicher Totalschaden abgerechnet?

Ein wirtschaftlicher Totalschaden zeichnet sich dadurch aus, dass der Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwertes reguliert wird. Hierbei muss man sich jedoch erst einmal verdeutlichen, was der Wiederbeschaffungswert und was der Restwert des Fahrzeuges ist. Diese Begriffe sind auch bei der fiktiven Abrechnung eines Verkehrsunfalles maßgeblich für die Regulierung.

Definition Wiederbeschaffungswert beim wirtschaftliche Totalschaden

Der Wiederbeschaffungswert bezeichnet den Wert, den ein vergleichbares Fahrzeug mit vergleichbarer Ausstattung auf dem Gebrauchtwagenmarkt hat. Regelmäßig wird der Wiederbeschaffungswert durch den KFZ-Sachverständigen und das KFZ-Sachverständigengutachten festgelegt. Aus diesem Grund ist es auch sinnvoll, dass nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall ein KFZ-Sachverständigengutachten in Auftrag gegeben wird.

Definition Restwert beim wirtschaftlichen Totalschaden

Der Restwert des Fahrzeuges ist derjenige Wert, den das Fahrzeug im verunfallten Zustand hat. Regelmäßig gibt es s.g. Restwertbörsen, in denen das Fahrzeug eingestellt wird. Auch in dem Sachverständigengutachten wird der Restwert ermittelt. Auch aus diesem Grund ist es daher notwendig, zur Schadensbezifferung ein KFZ-Sachverständigengutachten einzuholen. Bei einem wirtschaftlichen Totalschaden ersetzt die Versicherung also insgesamt nur den Wiederbeschaffungsaufwand, d.h. den Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwertes, da der Restwert ja vom Restwertaufkäufer an Sie gezahlt wird. Das nachfolgende Beispiel mag die Abrechnung auf Totalschadenbasis verdeutlichen:

Reparaturkosten:                                             € 20.000,00

Wiederbeschaffungswert des Fahrzeuges: € 10.000,00

Restwert des Fahrzeuges:                               €   4.000,00

Wiederbeschaffungsaufwand:                       €   6.000,00

Als Geschädigter erhalten Sie also € 4.000,00 vom Restwertaufkäufer und € 6.000,00 von der Versicherung. Dies bildet zusammen den Wiederbeschaffunsgwert, der insoweit zuvor ermittelt worden ist.

Bei Fragen wenden Sie sich an einen Anwalt für Verkehrsrecht.