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Ein besonderer Knackpunkt bei der Geltendmachung von Schmerzensgeld kann der Beweismaßstab sein.

Im Verkehrsunfallrecht gilt für Erstverletzungen das Beweismaß des § 286 Abs. 1 S. 1 ZPO, sodass der haftungsbegründende Tatbestand, falls bestritten, im Vollbeweis festgestellt werden muss. Dies betrifft den „konkreten Haftungsgrund“, also den Nachweis einer Verletzung und der Kausalität des Unfalls hierfür. Auf § 287 ZPO kann sich ein Geschädigter (erst dann) stützen, wenn der haftungsbegründende Tatbestand feststeht. Nur soweit der Streit darum geht, ob (auch) der (Folge-) Schaden, dessen Ersatz der Geschädigte verlangt, auf diesen konkreten Haftungsgrund ursächlich zurückgeht, kommt ihm die Beweiserleichterung des § 287 ZPO zu Hilfe. (Rn. 16)

OLG München, Beschluss v. 17.07.2017 – 10 U 2500/15

Es kommt also nicht nur darauf, was geschehen ist, sondern auch es kommt auch darauf an, was man beweisen kann.

Da Schmerzensgeldprozesse immer denselben Mechanismen folgen, ist hier daran gelegen, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen.

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