Carexpert Erfahrungen

1. Erfahrung mit Car€xpert? Oder Control€xpert

Ebenso wie die Prüfberichte anderer Prüfdienstleister, wie z.B. ControlExpert, DEKRA, u.a. , sind auch die Prüfberichte von Carexpert grundsätzlich nicht geeignet, den Geschädigten bei fiktiver Schadensabrechnung auf preisgünstigere Stundensätze zu verweisen, wenn keine weiteren Angaben zu der Alternativwerkstatt gemacht werden.

Insgesamt geht es bei den Püfberichten häufig auch um die Verbringungskosten. Bevor Sie jedoch das Urteil lesen, seien Sie auch noch auf die folgenden Urteile hingewiesen, die die Kanzlei CarRight.de erstritten hat. An diesem Pukt muss man auch darauf hinweisen, dass die Beauftragung eines Anwalts bei einem unverschuldeten Autoufall kostenlos ist, denn die Kosten für den Anwalt sind Teil des Schadesersatzes.

2. Musterurteile wegen rechtswidriger Kürzung durch die Versicherung

Ebenso wie die Verbringungskosten gibt es eine Vielzahl weiterer Schadensersatzpositionen, die regelmäßig durch die Versicherung gekürzt werden. Wir kennen die Versicherungstricks.

Hier finden Sie eine kleine Auswahl von erstrittenen Urteilen zur gekürzten Wertminderung, Nutzungsausfall, Prüfberichte von CarExpert, ControlExpert, Sachverständigenkosten, Restwert, Reinigungskosten und Mietwagenkosten. Es handelt sich hierbei um Urteile, die von der Kanzlei CarRight.de erstritten wurden, denn es ergibt wenig Sinn, sich mit fremden Federn zu schmücken.

Wenn auch Sie Ärger mit CarExpert, ControlExpert und Co. hatten, dann nehmen Sie unverbindlich Kontakt auf, denn Vericherungen zahlen vielfach bereits auf ein anwaltliches Forderungsschreiben weiteren Schadensersatz. Sehen Sie sich insbesondere die Kürzungsbeispiele an, die sämtlich eine Nachzahlung auf den Schadensersatz beeinhalten. Eine Klage ist daher nicht in jedem Fall notwendig. Kosten entstehen Ihnen für ein anwaltliches Forderungsschreiben nicht, denn CaRRight.de macht die Kosten bei der gegenerischen Haftpflichtversicherung geltend. CarRight reguliert.

3. CarRight.de Musterurteile gegen Versicherungen

Klage Wertminderung gegen Generali / Rechtswidrige Kürzung der Wertminderung

Klage wegen Prüfbericht Nutzungsausfall gegen DEVK / Diverse rechtswidrige Kürzungen

Klage SV-Kosten gegen VN / Rechtswidrige Kürzung der Sachverständigenkosten

Klage Restwert gegen Ergo / Rechtswidrige Kürzung des Restwertes

Klage Reinigungskosten gegen HUK-Coburg / Rechtswidrige Kürzung der Reinigungskosten

Klage Mietwagenkosten gegen HDI / Rechtswidrige Kürzung der Mietwagenkosten

4. Urteilsgründe gegen CarExpert, ControlExpert und Co.

Das Fahrzeug der späteren Klägerin wurde im September 2011 bei einem Verkehrsunfall in Berlin durch das Fahrzeug, das bei der beklagten Kfz-Haftpflichtversicherung haftpflichtversichert war, beschädigt. Die Beklagte regulierte außergerichtlich unter anderem 4.645,41 € Reparaturkosten nach Abzügen.

Die Klägerin nimmt die Beklagte nun auf Zahlung von 5.302,30 € (5.496,65 € abzüglich 194,35 €) Reparaturkosten als Teilbetrag des Wiederbeschaffungsaufwands geltend. Die Klägerin trägt vor, es liege ein wirtschaftlicher Totalschaden vor. Ihr stünden zumindest restliche Reparaturkosten abzüglich 194,35 € gemäß dem Gutachten zu.

Die Beklagte meint, die Klägerin hätte sich auf die günstigeren Preise in dem Prüfbericht der carexpert verweisen lassen müssen. Der Klägerin stehen aber zumindest restliche Reparaturkosten netto gemäß dem Gutachten zu. Die Klägerin hat den Anfall der von ihr begehrten Reparaturkosten durch Vorlage des Gutachtens schlüssig dargetan. Der Prüfbericht der Firma carexpert KFZ-Sachverständigen GmbH genügt nicht, um der Klägerin eine günstigere gleichwertige Reparaturmöglichkeit nachzuweisen, die der Klägerin mühelos zugänglich wäre.

Der Geschädigte darf nach der Rechtsprechung des BGH, z.B. aus dem VW-Urteil (VI ZR 53/09), seiner fiktiven Schadensberechnung grundsätzlich die üblichen Stundenverrechnungssätze einer markengebundenen Fachwerkstatt zugrunde legen, die ein von ihm eingeschalteter Sachverständiger auf dem allgemeinen regionalen Markt ermittelt hat. Will der Schädiger bzw, der Haftpflichtversicherer des Schädigers den Geschädigten unter dem Gesichtspunkt der Schadenminderungspflicht im Sinne des § 254 Abs. 2 BGB auf eine günstigere Reparaturmöglichkeit in einer mühelos und ohne weiteres zugänglichen „freien Fach- Werkstatt” verweisen, muss der Schädiger darlegen und gegebenenfalls beweisen, dass eine Reparatur in dieser Werkstatt vom Qualitätsstandard her der Reparatur in einer markengebundenen Fachwerkstatt entspricht (BMW-Urteil des BGH – VI ZR 91/09 - = BGH NJW 2010, 2118 ff.). Mit dem Prüfbericht der Firma carexpert KFZ-Sachverständigen GmbH, dem noch nicht einmal zu entnehmen ist, wer ihn denn verfasst hat, ist eine gleichwertige Reparaturmöglichkeit, auf die sich die Klägerin hätte einlassen müssen, nicht nachgewiesen worden.

Das Landgericht Berlin – 43 S 226/11 – hat insoweit zu einem anderen Prüfbericht am 12. März 2012 ausgeführt – wie es das erkennende Gericht nicht besser hätte formulieren können: “Ein konkretes Angebot, auf das die Klägerin „mühelos” hätte zugreifen können, lag nicht vor. Im Gegenteil: Von dem in diesem Prüfbericht in Aussicht genommenen Vertragspartner lag überhaupt kein Angebot an die Klägerin vor und diese hätte erst einmal umfangreich eigene Initiative entfalten müssen, um festzustellen, ob in der genannten Werkstatt tatsächlich eine auch für sie günstigere Reparaturmöglichkeit besteht. Offen ist insbesondere, ob diese Werkstatt den konkreten Schaden unter Zugrundelegung des eingeholten Sachverständigengutachtens und des darin vorgegebenen Reparaturweges tatsächlich zu den in dem Schreiben der Beklagten ohne konkrete Kalkulation angegebenen Kosten beheben würde. Das Schreiben ist im Ergebnis nur ein abstraktes Aufzeigen von geringeren Stundenlöhnen ohne ausreichenden Bezug zum konkreten Schadenfall.

Nach Auffassung der Kammer hätte das Angebot vielmehr so konkret sein müssen, dass der Geschädigte, ähnlich der Lage bei abweichenden (höheren) Restwertgeboten, tatsächlich nur noch zugreifen muss; nur dann kann von einer “mühelos” zugänglichen Alternative gesprochen werden. Hierfür wird es grundsätzlich eines verbindlichen Reparaturangebotes bedürfen„ (vgl. LG Berlin, Urteil vom 15. Dezember2008, - 58 S 169/08 -). Das erkennende Gericht folgt diesen zutreffenden Ausführungen des Landgerichts Berlin nach eigener Prüfung. Schließlich ergibt sich auch aus dem Tatbestand des BMW-Urteils des BGH (BGH NJW 2010, 2118, 2120) dass Prüfberichte nicht immer die tatsächlich anfallenden Gesamtreparaturkosten zutreffend angeben. Die Beklagte in dem dortigen Verfahren hat daher, nachdem sie einen Kostenvoranschlag eingeholt hatte, eine Forderung in Höhe von 217,00 EUR anerkannt.

Die Beklage hat auch nicht dargelegt, ob und wie die von ihr genannten Firmen, die an andere angliedert sind, nun strukturiert sind, wie von den Firmen, an die sie angegliedert sind unterscheidbar sein sollen. Wenn sich der Geschädigte all diese Informationen selbst zusammensuchen muss, ist der Verweis auf eine solche Firma indessen nicht zumutbar.

Im Übrigen hat die Beklagte den Prüfbericht erst übersandt, als die Klägerin bereits ausweislich des vorgelegten Kaufvertrags bereits veräußert hatte, mithin bereits Dispositonen getroffen hatte. Zu der Rechtzeitigkeit der Übermittlung der Prüfberichte mit den günstigeren Reparaturmöglichkeiten hatte das LG Berlin in der bereits zitierten Entscheidung zutreffend ausgeführt: “Von einem schuldhaften Verstoß kann nicht ausgegangen werden, wenn der Schädiger oder sein Haftpflichtversicherer erst im Prozess Angaben nachholt, die er bereits zum Zeitpunkt der Schadensabrechnung hätte machen müssen (vgl. LG Berlin, Urteil vom 23. Juni 2008 – 58 S 1/08 – Rn. 44). Dem Geschädigten muss vorgeworfen werden können, zum Zeitpunkt seiner Disposition schuldhaft von unzutreffenden, hier insbesondere zur Höhe der Reparaturkosten, ausgegangen zu sein (a. A.: Figgener, NJW 2006 S. 1352: Der Geschädigte sei „gerade auf Grund der gewählten fiktiven Abrechnung in zeitlicher Hinsicht nicht schützenswert”, auch unter Hinweis auf BGH, Urteil vom 17. Oktober 2006 NJW 2007 S. 67, wonach der zunächst auf Grundlage geschätzter Reparaturkosten abrechnende Geschädigte grundsätzlich später die höheren Kosten einer nunmehr tatsächlich durchgeführten Reparatur unter Vorlage der Reparaturrechnung verlangen könne). Dies setzt ersichtlich voraus, dass der Schädiger dem Geschädigten eine günstigere gleichwertige Reparaturmöglichkeit konkret und prüfbar innerhalb angemessener Frist nachgewiesen hat. – Insoweit mag die Dreimonatsfrist in § 3 a PflVersG a.F. (§ 3a Abs. 1 PflVersG n.F.) einen Anhalt bieten.“

Von einem schuldhaften Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht kann jedoch nicht ausgegangen werden, wenn der Schädiger die Angaben erst im Prozess nachholt, die er bereits zum Zeitpunkt der Schadenabrechnung hätte machen müssen. Selbst wenn sich später ggf. herausstellen würde, dass zum damaligen Zeitpunkt eine günstigere gleichwertige Reparaturmöglichkeit bestanden hätte, kann dies eine schuldhafte Verletzung der Schadensminderungspflicht nicht mehr begründen. Die Berufungskammer des LG Berlin hat insoweit jüngst ergänzend mit Urteil vom 18. Juli 2011 – 43 S 41/11 – entschieden dass, würde man es zulassen, dass der Schädiger die erforderlichen Angaben erst im Prozess nachholen und dann nach Jahren, im Extremfall eventuell sogar nach mehr als einem Jahrzehnt im Rahmen einer gerichtlichen Beweisaufnahme den Nachweis der Gleichwertigkeit erbringen darf, griffe man ersichtlich in die Dispositionsfreiheit des Geschädigten ein. Dieser wäre dann eben gerade nicht sowohl in der Wahl der Mittel zur Schadensbehebung als auch in der Verwendung des vom Schädiger zu leistenden Schadensersatzes frei.

Der Hinweis darauf, dass der Geschädigte nach der neueren Rechtsprechung des BGH jederzeit von der fiktiven zur konkreten Schadensabrechnung wechseln könne, weshalb er auch in dem hier vorliegenden Fall gerade aufgrund der gewählten fiktiven Abrechnung in zeitlicher Hinsicht nicht schützenswert sei, übersieht die oben genannten Grundsätze des Schadensersatzrechts, wie Totalreparation und Dispositionsfreihelt des Geschädigten. Gerade wegen dieser Grundsätze soll es dem Geschädigten möglich sein, seinen tatsächlichen höheren Schaden auch nach zunächst fiktiver Schadensabrechnung später noch konkret darzulegen und ersetzt zu verlangen.

Der Schädiger ist durch die Verjährungsvorschriften hinreichend geschützt. Anders stellt sich die Lage bei der Frage der Gleichwertigkeit dar. Wenn der Geschädigte in bestimmter Weise aufgrund der ihm zu diesem Zeitpunkt zugänglichen Informationen disponiert hat, ohne zu diesem Zeitpunkt gegen seine Schadensminderungspflicht verstoßen zu haben, kann man ihm nicht Jahre später aufgrund neuen Vortrages und ggf. des Ergebnisses einer Beweisaufnahme vorwerfen, schuldhaft gegen seine Schadensminderungspflicht verstoßen zu haben, und damit in seine Dispositionsfreihelt eingreifen (vgl. LG Berlin Urt. v. 18.7.2011 – 43 S 41/11 -).

Nach alledem hatte die Beklagte keine gleichwertige Reparaturwerkstatt benannt. Eine Verweisung des Geschädigten auf die günstigeren Preise im Prüfbericht der carexpert ist nicht möglich.

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