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Keine Restwertangebote aus Osteuropa

Der KFZ-Schadensbereich lässt fast keinen Lebensbereich aus. Diese Lebensbereiche ziehen sich bis hin nach Osteuropa, selbst wenn es sich um einen einfachen Verkehrsunfall in Deutschland handelt.

Ja, Sie lesen richtig, ein einfacher Verkehrsunfall kann dazu führen, dass Sie vom osteuropäischen Autohändlern kontaktiert werden. Hier ist es bereits mehrfach vorgekommen, dass Personen ohne Impressum, Festnetznummer oder ähnlichen Kontaktdaten erzählt haben: “Das Auto gehört mir. Wann bekomme ich mein Auto.”
Solche Stilblüten gibt es dann, wenn Versicherungen das Fahrzeug in Restwertbörsen einstellen. Diese Restbörsen sind gesamteuropäisch gehalten und so kann jede Person aus dem Ausland gleichfalls ein Angebot für das Fahrzeug und den Restwert abgeben.

Dies ist nicht nur ärgerlich, sondern auch nervig. Dem hat das Amtsgericht Lübeck schnell einen Riegel vorgeschoben und auch die OLG-Rechtsprechung hält dies für unzulässig.
Dennoch kommt es vor, dass Versicherungen auf solche Restwertangebote verweisen und hartnäckig die Zahlung ablehnen.

Hinweisbeschluss des AG Lübeck vom 11.08.2020, Az. 22 C 1464/20,

Das Gericht weist die Parteien darauf hin, dass der Geschädigte nicht verpflichtet ist, ein Restwertangebot eines ihm unbekannten Anbieters in Litauen anzunehmen, wenn dieses ‒ wie vorliegend ‒ den regional erzielbaren Restwert um ein Vielfaches übersteigt, wenn die Realisierung dieses Wertes nicht nachvollziehbar ist und illegale Verhaltensweisen nicht auszuschließen sind, da dann dem Geschädigten nicht zumutbar ist, mit solchen Personen geschäftliche Verbindungen einzugehen.“ (AG Lübeck, Hinweisbeschluss vom 11.08.2020, Az. 22 C 1464/20,

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