Image default

Corona und Desinfektionskosten nach einem Unfall

Mittlerweile mehren sich die Gerichtsentscheidungen zu Desinfektionskosten, die im Rahmen der Instandsetzung eines KFZ-Schadens anfallen. Versicherungen versuchen derzeit, die Kosten weiter zu minimieren und zusätzlichen Aufwand für Desinfektionsmaßnahmen abzulehnen. Die Flut an Gerichtsurteilen kann dahin gehend eingegrenzt werden, dass Gerichte zusätzliche Kosten für Desinfektionen zusprechen. Es gilt auch hier, dass der Schädiger die Risiken zu tragen hat, die aus einem Verhalten heraus resultieren.

Fiktive Abrechnung und Desinfektionskosten

Bei konsequenter Fortführung der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes müssten auch fiktive Desinfektionsmaßnahmen im Rahmen einer fiktiven Abrechnung erstattet werden, wenn man sich also den Unfallschaden auszahlen lassen möchte. Hier gilt nämlich, dass auf den Zeitpunkt des schädigenden Ereignis abgestellt wird und sämtliche Positionen abrechnungsfähig sind, die nicht die Umsatzsteuer betreffen.

Amtsgericht Landsberg/Lech: Urteil vom 15.10.2020 – 1 C 468/20

“Bereits das Sachverständigengutachten sieht Kosten für Fahrzeugverbringung vor, ebenso Kosten für Covid-19-Schutzmaßnahmen. Die Rechnung in Zusammenhang mit dem Sachverständigengutachten ist nach Überzeugung des Gerichts ausreichend Nachweis und Schätzgrundlage gern. § 287 ZPO für die Höhe der erforderlichen Reparaturkosten.

Die geltend gemachten Covid-19-Reinigungskosten sind ebenfalls erforderlich. Es ist gerichtsbekannt und entspricht der allgemeinen, derzeit allgegenwärtigen Lebenserfahrung,  dass in zahlreichen Bereichen des täglichen Lebens vermehrt Hygienemaßnahmen empfohlen werden, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern.”

Related posts

Achtung Mietwagenkosten: Erfolg des Aktiven Schadenmangements der Versicherer

Fahren ohne Fahrerlaubnis – EU-Führerschein nach Entziehung der inländischen Fahrerlaubnis

Haftung für die grob fahrlässige Beschädigung eines Mietwagens