Streit um die Verbringungskosten

Verbringungskosten sind immer wieder Gegenstand der Schadenregulierung und der fiktiven Abrechnung. Bei den Verbringungskosten handelt es sich um diejenige Kosten, die anfallen, wenn Erstzteile oder beschädigte Fahrzeugteile vom Autohaus oder Werkstatt zur Lackiererei verbracht werden.
Dass hierfür Kosten und Arbeitszeit aufgewendet werden steht insgesamt außer Streit. Streitig sind aber die konkreten Kosten. Welche Kosten zu erstatten sind, ist regelmäßig eine Frage des Einzelfalls, denn die Kosten hängen auch von der Entfernung zur Lackiererei ab. Feste Werte gibt es daher nicht.
Im Raum Bremen werden jedoch regelmäßig Verbringungskosten in Höhe von 112,00 € kalkuliert und in Rechnung gestellt.
Versicherer sind jetzt jedoch vermehrt dazu übergegangen, diese Kosten zu reduzieren bzw. eigenmächtig zu kürzen. Waren es zu Erst 80,00 €, so wird nunmehr und mitunter eingewandt, dass gar keine Verbingungskosten zu erstatten seien.
Versicherer wenden ein, dass die Kosten gar nicht anfallen würden, weil die Lackiererei die Fahrzeugteile kostenlos abholen würde.
Dieser Argumentation hat das Amtsgericht Duisburg-Ruhrort nunmehr einen Riegel vorgeschoben.

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Das Gericht ist nicht einmal auf die Argumentation der Versicherung eingestiegen, denn das Innenverhältnis zwischen Lackiererei und Werkstatt ist regelmäßig dem Erkenntnisstand des Geschädigten entzogen. Dies darf nicht zu einer billigen Entlastung des Geschädigten führen, wenn hierbei tatsächlich keine Kosten angefallen sein sollten. Auch kam der Gutachter in seinem Gutachten zu dem Ergebnis, dass sämtliche Autohäuser Verbringungskosten zu zahlen haben, wenn diese nicht über eine Lackiererei verfügen.