Schmerzensgeld nach einem Verkehrsunfall. Wer zahlt?

1. Schmerzensgeld nach Verkehrsunfall

Es hat gekracht und ein Autounfall ist passiert. Der Geschädigte, der in den Verkehrsunfall verwickelt ist, fragt sich, wie die Unfallschadensregulierung abläuft. So nennt man die gesetzliche Verpflichtung einer Versicherung, den entstandenen Schaden zu bezahlen, also zu regulieren.

Wer in einer solchen Situation ist, muss sich mit der gegnerischen Haftpflichtversicherung auseinander setzten. Wem Begriffe wie, Restwert, Wiederbeschaffungswert, Wertminderung, Schadensersatz, Schmerzensgeld, Haushaltsführungsschaden und so weiter nichts sagen, der sollte sich lieber nicht auf eine eigenständige Schadensregulierung mit der Versicherung einlassen.

2. Wer muss nach einem Schaden bezahlen?

Im Rahmen der Unfallschadensregulierung kommen grundsätzlich mehrere Anspruchsverpflichtete in Betracht, die für den Schaden aufkommen müssen.

2.1 Der Unfallgegner

Grundsätzlich ist derjenige, der einen Schaden verursacht auch für die Behebung und Regulierung des Schadens zuständig. Es ist also ein Irrglaube, zu denken, dass man nicht persönlich verantwortlich sei, weil man ja versichert ist. Dies stimmt nicht. Der Unfallgegner wäre also verpflichtet, die verschiedenen Schadenpositionen wie Haushaltsführungsschaden, Reparaturkosten, Schmerzensgeld und Kosten für eine Ersatzbeschaffung persönlich zu tragen. In der Praxis wird man sich jedoch nicht an den Unfallgegner halten, sondern an dessen Haftpflichtversicherung.

2.2 Die gegnerische Haftpflichtversicherung

Hat der Unfallgegner den Schaden verursacht, dann kann man sich getrost an dessen Haftpflichtversicherung halten. Diese schuldet auch im Rahmen der Gesamtregulierung den Schadensersatz sowie das Schmerzensgeld.

Die Schadenpositionen sind identisch. Hat der Unfallgegner keinen PKW geführt, sondern vlt. als Fahrradfahrer oder Fußgänger den Schaden verursacht, dann ist dessen Privathaftpflichtversicherung einstandspflichtig.

2.3 Die eigene Kaskoversicherung

Wenn der Schaden nicht durch eine andere Person oder dessen PKW verursacht worden sit, dann kommt auch noch die Kaskoversicherung als verpflichtete Versicherung ins Spiel. Die Kaskoversicherung (Vollkaskoversicherung) kommt für die Schäden an dem Auto auf. Hier werden im Gegensatz zu der gegnerischen Haftpflichtversicherung nicht sämtliche Schäden ausgeglichen. So wird zum Beispiel kein Ersatz für einen Mietwagen oder Nutzungsausfall bezahlt. Im Rahmen einer Teilschuld kann es aber auch vorteilhaft sein, den Schaden gegenüber der gegnerischen Haftpflichtversicherung sowie der eigenen Kaskoversicherung geltend zu machen. Es handelt sich dann um eine sogenannte Quotenabrechnung.

3. Was bedeuten die einzelnen Schadenpositionen konkret?

Die Unfallschadensregulierung ist gekennzeichnet von verschiedenen Schadenpositionen. Hier sollen nur die wichtigsten erläutert werden.

3.1. Wertminderung

Die Wertminderung ist derjenige Betrag, der zu zahlen ist, weil Ihr Fahrzeug nach dem Verkehrsunfall nicht mehr unfallfrei ist. Es wird nämlich davon ausgegangen, dass ein Fahrzeug mit einem Unfall einen geringeren Wert auf dem Gebrauchtwagenmarkt erzielt, als ein unfallfreies Fahrzeug.

3.2 Schmerzensgeld

Ist der Geschädigte durch den Unfall verletzt worden, dann besteht ein Anspruch auf Schmerzensgeld. Es handelt sich hierbei um eine billige Entschädigung in Geld für die erlittenen Verletzungen. Die Höhe des Schmerzensgeldes bemisst sich nach sogenannten Schmerzensgeldtabellen. Dies sind Fälle aus der Rechtsprechung, die ausgeurteilt wurden. Es wird also geschaut, wieviel Schmerzensgeld in vergleichbaren Fällen gezahlt worden ist.

Schmerzensgeld ist jedoch immer eine Frage des Einzelfalls und Sache für den Anwalt für Verkehrsrecht. Lassen Sie sich kostenlos beraten.

 

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