Unfallschaden auszahlen lassen

Unfallschaden auszahlen lassen

Grundsätzlich können Sie sich einen Unfallschaden auszahlen lassen. Dieses „Unfallschaden auszahlen lassen“, wird im Volksmund auch „fiktive Reparaturkosten“ genannt. Der Fachausdruck für „Unfallschaden auszahlen lassen“ ist jedoch die fiktive Abrechnung. Bei der fiktiven Abrechnung werden sämtliche Schadenspositionen bis auf die gesetzliche Mehrwertsteuer erstattet.

Der Regelfall für die fiktive Abrechnung ist der Haftpflichtschadensfall.

Unfallschaden auszahlen lassen, was muss ich tun?

Vor der Auszahlung des Unfallschadens steht die Schadensmeldung an die Versicherung. Mit der Schadensmeldung an die Versicherung beginnt der Ablauf der Unfallschadensregulierung. Die Schadensregulierung ist der gesetzlich vorgesehene Prozess, bei dem Sie nach Prüfung der sach- und Rechtslage, am Ende eine Zahlung von der Haftpflichtversicherung bekommen werden. Ihr Anspruchsgegner ist also in der Regel die gegnerische Versicherung.

Besonderheiten bei der fiktiven Abrechnung

Grundsätzlich gibt es Besonderheiten, wenn Sie sich den Unfallschaden auszahlen lassen, denn in diesem Fall wird das Fahrzeug ja nicht repariert. So ist es normal, dass kein Nutzungsausfall von der Versicherung zu zahlen ist. Auch ist die gesetzliche Mehrwertsteuer nur dann zu erstatten, wenn tatsächlich durch eine Rechnung nachgewiesen ist, dass diese angefallen ist.

Wie wird die fiktive Abrechnung durchgeführt

Zunächst muss der Schaden der Höhe nach beziffert werden. Dies geschieht am Besten durch Vorlage eines KFZ-Sachverständigengutachtens. Die Kosten für das Sachverständigengutachten werden von der gegnerischen Versicherung bezahlt. Bei Schäden unter 750,00 € empfiehlt sich jedoch die Einholung eines Kostenvoranschlages einer KFZ-Markenwerkstatt, weil bei sogenannten Bagatellschäden unterhalb dieser Grenze, keine Sachverständigenkosten zu erstatten sind.

Vorsicht Schadenmanagement beim Unfallschaden auszahlen lassen

Wenn Sie die Schadensmeldung selbst bei der gegnerischen Versicherung abgeben, dann seien Sie sich bewusst, dass diese aktives Schadenmanagement betreiben. Das aktive Schadenmanagement zeichnet sich dadurch aus, dass die Versicherung versuchen wird, die Steuerung der Schadenshöhe selbst vorzunehmen. Bekannt ist insoweit, dass diese versuchen werden, Ihnen einen Gutachter der Firma CarExpert oder ControlExpert zu vermitteln. Mit diesen „Gutachterfirmen“ werden Sie jedoch nicht den gesamten Schaden ersetzt bekommen, denn diese stehen im Lager der Versicherung und sind bekannt für Ihre Versicherungstricks. Kurz, diese Gutachter, die Ihnen kostenlos an die Hand gegebene werden, werden versuchen, den Schaden möglichst gering zu rechnen.

Beauftragen Sie lieber selber einen freien KFZ-Sachverständigen.

Das Gutachten als Grundlage für die fiktive Abrechnung

Das KFZ-Gutachten bildet die Grundlage, wenn Sie sich den Unfallschaden auszahlen lassen. Das Gutachten beinhaltet eine Vielzahl von Angaben. Es gibt Aufschluss über:

  • voraussichtliche Reparaturkosten
  • Wiederbeschaffungswert am lokalen Markt
  • Restwert des Fahrzeuges
  • Wertminderung durch den Unfall
  • voraussichtliche Reparaturdauer
  • Verbringungskosten
  • UPE-Aufschläge
  • Höhe der Stundenverrechnungssätze

Aus den vorstehenden Schadenspositionen, die im übrigen nicht abschließend sind, wird schon deutlich, dass die Abrechnung nach Gutachten gar nicht so einfach sein kann. Schnell kann es zu Verwechselungen bei den Werten kommen und Sie könnten bares Geld an die Versicherung verschenken.

Fiktive Abrechnung, warum zum Anwalt für Verkehrsrecht

Wenn Sie sich den Unfallschaden auszahlen lassen wollen, dann empfiehlt es sich auch in diesem Fall sofort einen Anwalt für Verkehrsrecht einzuschalten. Der Anwalt wird übrigens auch von der gegnerischen Versicherung bezahlt, denn die Anwaltskosten sind Teil des Schadensersatzes nach einem Haftpflichtschaden. Dies ergibt sich bereits aus dem Gebot der Waffengleihcheit und weil der Gesetzgeber gleich im Auge hatte, dass die Schadensregulierung mit einer Versicherung gar nicht so einfach ist, wie Sie hier vielleicht dargestellt wurde.

Der Anwalt für Verkehrsrecht kennt sämtliche Schadenspositionen

Ein weiterer Grund warum Sie direkt zum Anwalt sollten ist der, dass der Anwalt sämtliche Schadenspositionen kennt. Dies liegt daran, dass der Anwalt umso mehr verdient, je höher der Schaden ist. Wenn Sie sich Ihren Unfallschaden auszahlen lassen, dann steigt das Anwaltshonorar also prozentual zu dem Schadensersatzbetrag, den Sie ausgezahlt bekommen. Wenn Sie mehr Geld bekommen, dann verdient der Anwalt auch mehr Geld, so dass dieser ein berechtigtes Interesse daran hat, dass Ihnen sämtliche Schadensersatzpositionen erstattet werden.

Lassen Sie sich also kostenlos beraten, wenn Sie sich den Unfallschaden auszahlen lassen wollen.

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