Abrechnung nach Gutachten

Abrechnung nach Gutachten

Einen Unfall nach Gutachten abzurechnen nennt man auch fiktive Abrechnung. Dies kommt immer dann in Betracht, wenn Sie als Geschädigter den Schaden nicht reparieren lassen wollen, sondern sich die Schadenssumme auszahlen lassen wollen. Die Auszahlung kann dann sinnvoll sein, wenn Ihr Fahrzeug z.,B. schon älter ist oder aber wenn es sich um einen kleinen Blechschaden handelt. Eine Delle kann insoweit einen nicht unerheblichen Schadensersatzbetrag zur Folge haben. Die fiktive Abrechnung kann sich also lohnen.

Wann ist die Abrechnung nach Gutachten sinnvoll

Abrechnung nach Gutachten, sprich fiktiv abzurechnen, ist immer dann sinnvoll, wenn es sich um einen Haftpflichtschaden handelt. Dies bedeutet, dass Sie selbst keine Unfallschuld an dem Verkehrsunfall tragen, sondern die Versicherung des Unfallgegners und des anderen Beteiligten einstandspflichtig ist und bezahlen muss.

Wenn Sie selbst den Schaden verursacht haben, dann spricht man insoweit von einem Kaskoschaden. Nach der Rechtsprechung des BGH ist die fiktive Abrechnung problemlos möglich, d.h. Sie können sich die Schadensumme vom Versicherer auszahlen lassen ohne dass das Fahrzeug repariert werden muss.

Abrechnung nach Gutachten in der Kaskoversicherung

Ist der Unfallschaden ein Kaskoschaden, dann haben Sie auch die Möglichkeit, nach Gutachten abzurechnen. Dies hat jedoch einen Nachteil, nämlich den, dass Sie in der Regel mit einer Rückstufung in der Schadensfreiheitsklasse zu rechnen haben. Dies liegt daran, dass Sie ja Ihre eigene Versicherung in Anspruch nehmen.

Die Schadensermittlung als Grundlage für die Abrechnung nach Gutachten

Vor der Abrechnung nach Gutachten liegt die Schadensermittlung. Es steht also im ersten Schritt der Schaden dem Grunde nach und dann der Höhe nach im Raum. Wenn geklärt ist, ob es sich um einen Haftpflichtschaden oder um einen Kaskoschaden handelt dann steht die Schadenhöhe im Raum.

Im Haftpflichtschadenbereich haben Sie die Möglichkeit nach Gutachten oder aber nach Kostenvoranschlag abzurechnen. Ein KFZ-Gutachten ist immer dann sinnvoll, wenn der Reparaturschaden höher als € 750,00 ist. In diesem Fall ist die Versicherung zu dazu verpflichtet, die KFZ-Sachverständigenkosten zu bezahlen. Hierfür wird ein KFZ-Sachverständiger mit der Begutachtung des Fahrzeugschadens beauftragt. Dieser ermittelt die Reparaturkosten anhand des Schadenbildes. Es empfiehlt sich, einen freien KFZ-Sachverständigen zu beauftragen und nicht einen Gutachter der gegnerischen Versicherung, denn dieser wird den Schaden klein rechnen.

Kürzungen bei der fiktiven Abrechnung

Bei der Abrechnung nach Gutachten kommt es immer wieder zu Kürzungen. Sie müssen Sie damit rechnen, dass die Versicherung s.g. Prüfberichte zu dem Kostenvoranschlag oder aber dem KFZ-Sachverständigengutachten einholt. Diese Kürzungsberichte haben in der Regel jedoch keine weitere Aussagekraft vor Gericht. Dies folgt daraus, dass es sich nicht um Sachverständigengutachten handelt, sondern um s.g. technische Prüfberichte. Es ist nämlich Aufgabe des KFZ-Sachverständigen die Schadenshöhe zu beziffern. Regelmäßig werden jedoch Verbringungskosten und Ersatzteilzuschläge sowie Stundenverrechnungssätze einer Markenwerkstatt gekürzt. In einem solchen Fall sollten Sie unbedingt/verbringungskosten-bei-fiktiver-abrechnung Kontakt aufnehmen, da viele Versicherungen auf ein erstes anwaltliches Forderungsschreiben nachregulieren.

Bekannt sind insoweit die Krüzungsberichte der Firmen CarExpert und Controlexpert.

Die Abrechnung nach Gutachten bei einem Totalschaden

Wenn Ihr Fahrzeug ein wirtschaftlicher Totalschaden ist, dann ist die Abrechnung wie folgt vorzunehmen. Der KFZ-Sachverständige ermittelt den Wiederbeschaffungsaufwand des Fahrzeuges. Gleichzeitig ermittelt er den Restwert des Fahrzeuges unter Berücksichtigung von drei regionalen Restwertangeboten. Die Totalschadensabrechnung erfolgt dann auf Grundlage des Wiederbeschaffungswertes abzüglich des Restwertes. Der Wiederbeschaffungsaufwand ist der Aufwand, der von der Versicherung als Schadensersatzsumme, als Schadensersatz, zu zahlen ist. Neben diesem Schadensersatz, dem Wiederbeschaffungsaufwand bestehen jedoch noch weitergehende Ansprüche.

Lassen Sie sich unbedingt und kostenlos von einem Anwalt für Verkehrsrecht beraten, denn die Rechtsanwaltskosten werden von der gegnerischen Versicherung getragen.

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