Wer zahlt nach einem Verkehrsunfall

1. Wer zahlt nach einem Verkehrsunfall

Es gibt viele Möglichkeuten, wie Sie in einen Verkehrsunfall verwickelt sein können, so z.B. als Kfz-Führer, Fußgänger, Radfahrer usw. Wenn es zu Schäden bei einem solchen Verkehrsunfall kommt, dann stellt sich unweigerlich die Frage, wer für den Schadensersatz aufkommt. Wer muss aufkommen für Ihren Schaden? Sie selbst? Ihr Unfallgegner? Dessen Versicherung? Oder gar Ihre Versicherung?

Die Antwort lautet: Das kommt darauf an. Wenn Sie aus einem Verkehrsunfall, an dem Sie selbst beteiligt sind, einen Schaden erleiden, kommen als Zahlungspflichtige zunächst grundsätzlich in Betracht:

2. Die (Privat-)Haftpflichtversicherung des Unfallgegners

Bei Fußgängern und Radfahren zahlt die Allgemeine Haftpflichtversicherung

Bei Fußgängern und Radfahren zahlt die Allgemeine Haftpflichtversicherung

Als Geschädigter eines Unfalls können Sie Schadensersatzansprüche bei dem anderen Unfallbeteiligten gelten machen. Dies bedeutet, dass der Andere in dem Umfang verpflichtet ist, wie er den Schaden und den Unfall zu verantworten hat.

Bei einem Verkehrsunfall wird manchmal die sogenannte Betriebsgefahr eingewandt, d.h. das ein Mitverschulden Ihrerseits eingewenet wird. Sollte dies der Fall sein, dass verringert sich Ihr Anspruch um die entsprechende Quote. Abgedeckt werden die Schadensersatzansprüche z.B. durch die Privathaftpflichtversicherung.

3. Der Haftpflichtversicherer des Unfallgegners

Die KFZ-Haftpflichtversicherung zahlt bei PKW-Schäden am fremden Auto

Die KFZ-Haftpflichtversicherung zahlt bei PKW-Schäden am fremden Auto

Wenn “der Andere” beim Unfall ein Kfz geführt hat, können Sie alle Forderungen, die Sie gegen den Anderen haben (und nur diese Forderungen!), in demselben Umfang auch direkt gegen die Kfz-Haftpflichtversicherung dieses Kfz geltend machen. Dies – und nur dies – sollten Sie auch unbedingt tun und sich dadurch nervtötende, sinnlose Auseinandersetzungen mit dem Unfallgegner ersparen.

Doch selbst dann, wenn “der Andere” ein Fußgänger oder Radfahrer ist (und Sie daher von Gesetzes wegen keinen direkten Anspruch auf Schadensersatz gegen dessen Versicherer haben), wird dessen Privat-Haftpflichtversicherung aus Gründen der Vereinfachung den Schaden direkt mit Ihnen abrechnen wollen. Aber müssen tut er es nicht.

4. Ihr Kaskoversicherer

Die Teil- und Vollkasko zahlt bei Schäden am eigenen Auto

Die Teil- und Vollkasko zahlt bei Schäden am eigenen Auto

Wenn Sie kaskoversichert sind, spielt die Frage, inwieweit der Andere oder Sie den Unfall zu verschulden hat, für Sie eine nur untergeordnete Rolle (einmal abgesehen von der Frage Ihres Schadensfreiheits-Rabatts).

Denn es wird Ihnen gleich sein, von wem Sie Ihr Geld bekommen. Allerdings gibt es Schadenspositionen, die Sie nur aus der gegnerischen Haftpflichtversicherung ersetzt verlangen können, nicht jedoch aus Ihrer eigenen Kaskoversicherung. So erstattet Ihre Kaskoversicherung weder Nutzungsausfall noch Mietwagenkosten oder Schmerzensgeld.

5. Ihr Haftpflichtversicherer

Ihre Haftpflichtversicherung zahlt fremde Schäden

Ihre Haftpflichtversicherung zahlt fremde Schäden

Ihre Haftpflichtversicherung ersetzt – aber nur dann, wenn Sie ein (Mit-)Verschulden trifft – ausschließlich die Schäden des Unfallgegners, niemals Ihre eigenen Schäden. S

ind Sie als Kfz-Führer in einen Unfall verwickelt, ist hierfür der Kfz-Haftpflichtversicherer zuständig, bei dem das von Ihnen geführte Kfz versichert ist.

Sind Sie als Fußgänger, Rad-, Skateboard- oder Rollstuhlfahrer usw. in einen Unfall verwickelt, ist hierfür Ihr Privat-Haftpflichtversicherer zuständig.

6. Ihr Rechtsschutzversicherer

Die Kosten Ihres Rechtsanwalts und eventuelle Prozesskosten übernimmt Ihre Rechtsschutzversicherung. Wenn Sie beim Unfall ein Kfz geführt haben, dessen Halter Sie nicht sind, kann es sein, dass auch der Rechtsschutzversicherer des Halters diese Kosten übernimmt. Übrigens empfiehlt sich für Kfz-Führer grundsätzlich der Abschluss einer Verkehrs-Rechtsschutzversicherung; selbst Rechtsanwälte haben in der Regel eine solche.

7. Sie selbst

Schließlich kann es natürlich auch sein, dass Sie selbst Ihren Schaden zu bezahlen haben, z. B. wenn Sie ganz allein Schuld sind an dem Unfall (oder wenn höhere Gewalt im Spiel war). Wenn Sie dann nicht selbst versichert sind, werden Sie in der Regel nicht nur auf Ihrem eigenen Schaden sitzen bleiben, sondern auch noch den Schaden des Anderen aus eigener Tasche bezahlen müssen. Lassen Sie sich vom Anwalt für Verkehrsrecht beraten.

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